Wanderung | Hike – Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

21. November 2014 von  
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Das Abenteuer beginnt um 6 Uhr, die Sonne hat diese Hemisphäre noch nicht ganz erreicht. Wir sind bereits jetzt ziemlich durchgefroren, da die Heizung im Zimmer irgendwie nicht anspringt und draußen hat es momentan nur 35 Grad Fahrenheit, was dem Gefrierpunkt verdammt nahe kommt. Nur der Kaffee, den wir uns noch auf dem Zimmer gönnen, wärmt punktuell.

We hit the road at 7 o’clock. Stilecht, aber sicher auch durchgefroren, fährt ein Harleyfahrer durch die Gebirgslandschaften, die erst nach und nach vom Schein des Planeten erreicht werden. Der Rio Grande scheint auch zu frieren, denn er erweckt den Eindruck, wie wenn er besonders schnell weiter möchte. Nach 15 Meilen das ersehnte Schild „Pool Table Road“. Sie führt uns nach oben immer dem Himmel entgegen. Die gut zu befahrbaren 10 Meilen bis zur Hanson Mill schlängeln sich durch kleine Wälder und über weite Berghänge. Als wir in zunehmender Höhe der leuchtenden Sonne entgegen kommen, eine Vollbremsung! Der tiefstehende Planet leuchtet direkt auf meine Windschutzscheibe und nachdem die alles andere als sauber ist, kommt die Weiterfahrt einem Blindflug gleich. Gemächlich und teilweise auf gut Glück geht es dann trotzdem voran und Gott sei Dank blenden die Bäume bald die Sonne wieder ab.

Wir sind an der Hanson Mill, das Thermometer zeigt inzwischen 39 Grad, und stehen mitten im Rio Grande National Forest. Die Dirt Road 600, die hinauf führt, ist wie gestern und 2008 geschlossen. Wir werden feststellen, dass die Straße den Namen nicht verdient und es mit einem Mietauto vermutlich fahrlässig blöd wäre, das Teil zu befahren. Es stellt sich nur die Frage, warum es nicht unten an der Abzweigung angeschlagen ist. Man könnte sich doch die 10 Meilen sparen. Egal, wir packen jetzt unsere Rucksäcke, schnüren die Bergschuhe und machen uns auf den Wheeler Area Trail 790.

Die ersten beiden Kilometer führt der Weg bergab durch einen Zauberwald. Der Wind rauscht durch die Wipfel und das Knarren der Bäume erzeugt eine unheimliche Atmosphäre. Erst dann wird das Gelände offener und weiter. Der Blick richtet sich hinunter in den East Bellows Creek. Es ist kein Boden auszumachen, aber das Wasser rauscht laut und gewaltig und nach einem Blick auf die topographische Landkarte wird klar, dass wir diesen Bach überqueren müssen. Nach 3,5 Kilometern führen Serpentinen tatsächlich ans Wasser, das hier zwischen 3 und 5 Meter breit ist. Es sieht auch nicht so aus, als ob eine Lavaquelle das Nass geheizt hätte und nach ein wenig hin und her die Erkenntnis: Es hilft nichts, – Augen zu und durch! Wir hetzen durch das Wasser, das bis zu den Knien reicht. Auf der anderen Seite leeren wir unsere Schuhe und winden die Strümpfe aus. Lustig war ’s und die weiße Hornhaut zeugt von einem kleinen Kälteschock. Aber nach ein paar Schritten wärmt sich der Fuß auch wieder auf und so stapfen wir frohen Mutes bis zum Canon Nueve. Der Bach biegt nach rechts ab und der Trail nimmt die entgegengesetzte Richtung nach Nordwesten. Nun geht es hinauf auf den Silver Park und nach 5,4 Kilometern in dieser mächtigen Natur begegnet uns unnatürliche Kunst. Ein paar Unerschrockene haben hier einen Riesenhoodoo aus Steinen errichtet; da war wohl jemandem sehr langweilig.

Nach sechseinhalb Kilometern erreichen wir wieder den Wald. Der Trail wird flach, aber der Boden ist ziemlich nass, so dass fortwährend Umgehungen für trockene Füße sorgen müssen. Wir sind inzwischen auf über 11.300 Fuß, also bald auf 3.500 Meter. Das Atmen fällt uns in dieser Höhe zunehmend schwerer, der Druck auf den Kopf wird spürbar. Über eine weite Hochebene erreichen wir nach 9,8 Kilometer – wir sind jetzt drei Stunden unterwegs – die Dirt Road 600, die von unten herauf in einem großen Rechtsbogen, also unendlich länger als der Trail, nach oben führt. Der Augenschein stellt fest, dass diese Strecke nur noch durch ein Quad befahrbar ist, obwohl überall versucht wurde, die tiefen Löcher mit schweren Ästen zu minimieren.

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Es geht wieder bergab, immer die Dirtroad und der Waldgrenze entlang. Nach 11 Kilometern führt die Strecke ins Unterholz; Baumstämme blockieren den Weg und ein paar hundert Meter weiter der Hammer! Erster Sichtkontakt, durch die Bäume hindurch, mit der Wheeler Geologic Area, die auch als Wheeler Monument bekannt ist. Meilenweit nur Wald und Wiesen und dann auf einmal so eine Felsenlandschaft. Man kann es kaum beschreiben. Wir haben schon viel, aber noch nichts ähnliches gesehen.

Nach 11,65 Kilometer ist die Road zu Ende und der Trail geht nun ziemlich bergauf. Nach 12,3 Kilometern beginnt der sogenannte Wheeler Loop, ein Rundweg um das Monument herum. Wir gehen nach links und verlassen kurz darauf den Trail und damit den Wald zum ersten Viewpoint. Wir stehen plötzlich mittendrin in dieser zauberhaften Landschaft mit Zwergen, Hoodoos, Wellen und Zelten. Uns fehlen die Worte. Nur der Fotoapparat macht Lärm. Außerirdische haben hier ihre Eier abgelegt, die sich fast wie Tannenzapfen schuppen. In Reih‘ und Glied stehen sie senkrecht und warten nur darauf, dass E.T. sie abholt.

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Bis jetzt hatten wir Glück mit der Sonne, aber es kommen dicke Wolken bedrohlich nahe, als wir den zweiten Viewpoint erreichen. Aber das Licht hat uns auch hier den Gefallen getan. Wir haben es unterstützt indem wir mit einem kleinen Berglauf die Zeit bis zum nächsten Fototermin verkürzten. Hier steht eine Bank und lädt zum Verweilen ein. Aber wir haben noch keine Zeit, denn wir müssen noch etwas weiter zum 3. Viewpoint. Und so stehen wir jetzt nach gut 13 Kilometern auf schneeweißem Felsen und blicken hinunter in die unbeschreibliche Geologie.

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Zurück am zweiten Viewpoint erwartet uns die Bank und die Sonne. Überglücklich staunen wir das Monument an. Extraterrestrische Eier, Säulen und Tore, die der verlassenen Felsenstadt Petra in Jordanien in nichts nachstehen, graue Felsen, die ein Indianerdorf respektive deren Zelte nachgebildet haben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nur die Zeit tut es, denn der Rückweg dürfte vermutlich weitere 4 Stunden in Anspruch nehmen.

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Wheeler Geologic Area aka. Wheeler Monument

Und so war es dann auch. Zu allem Überfluss hat es auch noch kurz geregnet, aber als wir die letzte Steigung nach der Wasserdurchquerung angegangen sind, ist ein Ende abzusehen. Aber das muss jetzt auch her, denn wir sind schon ziemlich Kroki. Es waren weniger die Höhenunterschiede, als die Wanderhöhe selbst, die immer über 3.150 bis zu 3500 Metern lag, die uns etwas fertig machten. Na ja, – 26 Kilometer ist ja auch nicht sehr kurz für eine Bergwanderung. Aber die Temperatur mit durchschnittlich 65 Grad war perfekt. Und so stehen wir jetzt endlich wieder vor unserem Auto, trinken Eistee, ich rauche gemütlich eine Zigarette und wir beide sind noch immer hin und weg von der Landschaft dort oben.

Das und vieles mehr gibt es im Reisebericht 2014 – Wheeler

Weitere Bilder gibt es hier

Hikebeschreibung in der USA Hiking Database – mit allen GPS-Daten versteht sich

New York Run – New York City Marathon

2. Oktober 2013 von  
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Bald ist es wieder soweit! Am 3. November 2013 startet der bekannteste, der schönste und einer der anstrengendsten Marathons der Welt. Wer einmal dabei war, der kann sicher von einem aussergewöhnlichen Erlebnis berichten. Wir waren in 2007 und 2009 in New York, um in den Häuserschluchten dieser Megastadt zu laufen. Nachfolgende Schilderung des „New York Run 2009“ soll Euch motivieren, mindestens interessieren:

Times Square New York City

Ab 4 Uhr war an schlafen nicht mehr zu denken. Den Wake-up-call hätten wir uns sparen können, aber man weiß ja nie. Heute Nacht wurde zudem auf Sommerzeit umgestellt, also war es praktisch schon 5 Uhr morgens. Noch knapp 6 Stunden bis zum Start. Runter in die Lobby, wo schon viele Läufer Nägel kauend sitzen, um Kaffee zu holen. Der war schon mal nicht schlecht.

Lobby

Um 6 Uhr hat uns Nancy mit ihrem Bus gen Staten Island gezittert. Mann, war die nervös und nachdem ganz New York voller Busse ist, ging es ab und an knapp her. Aber sie macht mich nervös diese Frau, kann nicht mal den Lenker ruhig halten und hat sich auch noch bedankt, wenn die noch stehenden Busfahrer ihre Tür schlossen, damit Nancy besser vorbeizittern konnte. Gutmenschen nennt man diese Leute wohl, – ich hätte die eher zusammengeschi..en.

Das Wetter ist bewölkt und wie angekündigt regnet es leicht und immer wieder. Als wir an der Verrazano Bridge ankommen ist Stau, die Busse müssen eingereiht werden. Das ist gut, denn wir können trotz des verhangenen Himmels die Skyline von Manhattan bestens ausmachen. Dort ist unser Ziel – Mensch ist das weit weg 😉 Das ist aber auch schlecht, wenn man unbedingt zum P…. muss. Der Kaffee drückt und ich war schon davor auszusteigen, als die nervöse Nancy ganz ruhig darauf hinweist, dass hinten im Bus eine Toilette ist. Ich liebe sie, die Nancy!

Es ist das gleiche tolle Gefühl wie vor zwei Jahren, als uns die Helfer mit einem herzlichen und lautstarken „Welcome to the New York City Marathon“ begrüßen. Man kommt sich fast vor wie ein Profi, aber da dürften gut zwei Stunden Laufzeit dazwischen liegen.

Die Wiesen sind nass und innerhalb kurzer Zeit haben die Menschenmassen Matsch daraus gemacht. Wir platzieren uns an einer Straße und harren der Dinge auf unseren mitgebrachten Sitzkissen. Die Regenschirme, die wir uns gekauft haben, haben wir Gott sei Dank nicht mehr gebraucht.

Verazzano Narrows - Der Start

Eine Stunde vor unserem Start geben wir unsere Säcke mit Kleidung am UPS-Truck ab. Nachdem ich ja eigentlich eine andere Startgruppe habe, ist das schon mal ein organisatorisches Problem. Zwei UPS’ler gefragt, zwei unterschiedliche Aussagen. Ich habe dann meinen Plastikbeutel in den von der Monika gepackt und schon war’s gut. In der Hoffnung, dass ich meine Kleidung am Ziel wieder bekomme, auch ohne dass Monika dabei ist, habe ich mir mal ihre Startummer auf einem 20-Dollar-Schein notiert.

Warme Sachen bleiben bei diesem Wetter selbstverständlich bis zum Start am Körper, aber man muss sie halt dann wegschmeißen. Und so haben die Leute Kleidung an, die noch Tage vorher als Malerkleidung osä. fungierten. Sieht manchmal ganz lustig aus. Und dann gibt es die Harten, die schon in der kurzen Hose und im Läufer-Shirt Stunden vorher umhergeistern und deren Haut im wahrsten Sinne des Wortes der einer gerupften Gans ähnelt. Meistens Italiener, versteht sich!

Tausende Dixie-Klos, Zelte, die schon voll sind und Menschen, Menschen, soweit das Auge reicht. 42.000 Teilnehmer warten auf den Start, der heuer in sogenannten Wellen (Waves) erfolgt. Ich starte mit Monika in der blauen Gruppe, Welle 3, Scheune, respektive Startblock F. Die Leute sind noch gut drauf. Das wird sich spätestens nach 30 Kilometer ändern, bei den meisten jedenfalls.

Eine halbe Stunde vor dem Start machen wir uns auf den Weg zu unserer Scheune, der Amerikaner bezeichnet es als Corral, was wohl zutreffender ist, denn es ist nichts anderes, als ein eingezäunter Bereich mit menschlichen Tieren.

10.20 Uhr: Peng! Aber bis zur Startlinie ist’s noch ein paar hundert Meter. Es geht langsam voran und irgendwann wird aus dem Gestöpsel dann ein Lauf. Wir überqueren die Startlinie und das GPS wird gedrückt. Man will ja wissen, wie viel man denn in Summe läuft. Aber vor allen Dingen die Pace ist interessant. Also nicht zu schnell angehen.

Die ersten Meter

Die Verrazano Narrows Bridge hat dann gleich mal eine gewaltige Steigung. Was macht der Körper, er bewegt sich durchaus motiviert vorwärts. Nicht schneller werden, auch wenn es ginge. Langsam angehen, man hat noch genug Zeit, das Letzte aus seinem Körper rauszuholen. Also Step by Step und die Kulisse genießen. Die Leute kreischen (noch) und sind gut drauf. Es ist einfach herrlich! In Brooklyn die Steigerung. Bands spielen tolle Musik, – von HardRock bis Gospel alles dabei. Menschenmassen am Straßenrand trotz des nicht so guten Wetters, – es hat so um die 10 Grad Celsius.

Nach 3 Meilen (und dann jede Meile) die erste Getränkestation: Wasser und Gatorade. Wasser tut’s, ein paar kleine Schlucke. Und weiter geht’s. Die Kraft treibt mich an, ich bin eigentlich gut drauf, muss mich aber immer wieder zurück nehmen. Die ersten 5 Kilometer knapp über 30 Minuten. Das ist eigentlich zu schnell (für mein Alter), aber man kann fast nichts machen, denn das Adrenalin treibt einen stetig voran. Bei Kilometer 15 merke ich die ersten Verschleißerscheinungen, aber nichts Ernsthaftes, so dass auch die nächste Brücke bei Kilometer 21 locker gemeistert wird. Ich bleibe bei meinem 30 Minuten-plusX-Schnitt auf die 5 Kilometer. Bei Kilometer 25 beginnen leichte Schmerzen in den Oberschenkeln und ich befürchte, dass ich zu schnell angegangen bin.

Ich schließe mich nun der Pace-Frau an, die ein Schild mit 4 Stunden 30 hochhält. Sie motiviert die Mitreisenden mit lautstarker Anfeuerung und Vorträgen über Atmung und Laufverhalten. Selbst bei krassen Steigungen hört sie nicht auf. Interessant! Und ich halte noch locker mit. Aber nachdem ich mich meiner damaligen Ausstiegsmarke von 19 Meilen nähere, kommt schon ein wenig die Angst auf. Jetzt kommt der Mann mit dem Hammer, wie die Marathoner alle wissen. Ab Kilometer 30 wird’s ernst. Die Oberschenkel schmerzen nicht mehr, sie beginnen zu brennen.

Es wird haerter

Noch 12 Kilometer, ich denke zurück an das Training. Das dürfte doch ein Klacks sein. Ist es auch, aber nicht, wenn man vorher schon 30 in den Beinen hat. Die Anfeuerungsrufe am Straßenrand nehmen kein Ende. Die 1st Avenue auch nicht und so wird ein „You are looking good“ immer mehr zum Ärgernis. Halt doch mal deine Klappe! Ich weiß, dass ich nicht mehr gut aussehe.

Ich beginne ab Kilometer 35 statisch zu laufen. Einen Schritt vor dem anderen. Ausgefeilte Technik – an nichts mehr denkend – nur noch ankommen. Es geht noch voran. 2 Kilometer vor dem Ziel wird mir schlecht. Ich könnte kotzen, – aber es käme eh nur Wasser, vielleicht ein bisschen gelbes Gatorade, also lasse ich es bleiben. 800 Meter vor dem Ziel: Eigentlich nur noch 2 Stadion-Runden, – ich könnte mich hinlegen und schlafen. „You’re almost there“ – Leck mich am A…. Es wird nochmals hügelig, aber jetzt ist’s auch schon egal. Nur der Wille zählt, ich zieh‘ das durch. Das Ziel in greifbarer Nähe, nur noch ein paar Meter. Reiß die Hände hoch, damit das Zielfoto auch was wird. Ist mir jetzt auch egal – der letzte Schritt! I did it! Wahnsinniges Gefühl, fast stärker wie der Schmerz und die Erschöpfung. Und dann ist alles vorbei, es wird subjektiv ruhig!

Das Ziel, endlich!

If I can make it there, I’ll make it anywhere …

Medaille, hässlich, aber meine Alufolie tut gut. Mir ist trotzdem kalt. Aber für ein Foto reicht’s noch. Und dann anstellen bis zum UPS-Truck. Gott sei Dank bekommt man etwas zu essen und zu trinken, das richtet mich einigermaßen wieder auf. Am Wegesrand ein paar Mageninhalte und die Sanis betreuen den Ein- oder die Andere.

20 Minuten später bin ich am UPS-Truck. Natürlich gab’s Ärger. Dann wollte er mir gleich das Gepäck von Monika mitgeben. Aber gut, ich war dann froh, als ich lange Hosen und eine warme Jacke anhatte. Nur noch raus aus dem Central Park. Und an der sogenannten Reunion Area habe ich mir gleich mal eine Zigarette gegönnt. Die Leute waren nicht böse, sondern lächelten einem alten Süchtling mitleidig entgegen. No more sport today!

Als ich rund eine Meile bis zur sogenannten Tavern on the green gegangen bin, hatte ich tatsächlich das Glück, ein Taxi zu finden. Monika hat leider Pech gehabt und musste bis zum Hotel laufen (1 Stunde und 15 Minuten brauchte sie vom Zieleinlauf bis zum Hotel). Die Arme! Aber wir haben es geschafft und sind stolz. Es war ein einzigartiges Erlebnis.

Kritik ist jedoch angebracht: Nachdem 7.000 Teilnehmer mehr als in 2007 am Start waren, hat sich das bei dem neu konzipierten Wellenstart nicht groß bemerkbar gemacht. Aber auf der Piste waren einfach zu viele Läufer unterwegs. Es war zu eng auf den Straßen! Macht nicht den Fehler, dass der Kommerz diese einzigartige Laufveranstaltung zu Grunde richtet. Es wäre schade!

Frisch geduscht, jedoch weiterhin behindert, habe ich mich runter auf die Straßen gequält, um in einem Restaurant, Maloneys & Porcelli, das selbstverständlich direkt neben dem Hotel liegt, einen Tisch zu reservieren. Eine Flasche Wein! Das Filet Mignon war auch fantastisch. Wir haben geschlafen wie die Murmeltiere. Ein einzigartiger Tag, der uns noch in manchen Träumen verfolgen wird, ist vorbei.

Den kompletten Bericht inklusive Trainingstagebuch, sowie den Bericht von 2007 uvm. findet Ihr hier

Wanderung | Hike – Royal Arch [Arizona]

15. September 2013 von  
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Die Navajos haben hier keine Sommerzeit und so ist es schon 9 Uhr, als wir unser Auto gepackt haben und los düsen. Es ist frisch und bewölkt, kein Wunder, der Jetstream hat sogar Phoenix und Las Vegas Kälte beschert. Als wir auf der N 13 nach Osten fahren, wird es gebirgig. Die roten Felsen strahlen in der Sonne und die grünen Sträucher und Bäume bilden einen schönen Kontrast. Die Straße führt einen Pass hinauf und die Automatik muss der Gangschaltung weichen. Oben angekommen, schlägt das GPS an und möchte, dass wir links auf eine Dirtroad abbiegen. Auf die Technik ist Verlass, gleichwohl, als die Straße dermaßen ins Nirgendwo führt, haben wir die Karte zu Hilfe genommen. Irgendwo am Big Lake stehend, beschließen wir die Umkehr. Und das war die richtige Entscheidung. Das Navi hat zwar die kürzeste Strecke ausgewählt, also kein Vorwurf, aber schneller geht es anders. Und irgendwann sind wir dann auf der BIA 33, die uns zur Dirt Road führt, die wir brauchen.

Schräglage! Die kleinen Knochen in meinem Ohr signalisieren Gefahr. Schluss mit lustig, ich will nicht auf dem Kopf landen. Und so steht unser Auto mitten in den Büschen im Indianergebiet. Pfeil und Bogen sind nicht in Sicht, aber leere Patronenhülsen signalisieren nichts Gutes. Irgendwie habe ich in solchen Situationen immer ein ungutes Gefühl. Man weiß ja nie, wer in welchem Zustand hier vorbei kommt. Egal, das nächste Ziel ist es erneut wert, auf Navajo-Land zu parken. Wir wandern zum Royal Arch.

Querfeldein, immer dem lieben Gott entgegen, winden wir uns im Zick-Zack nach oben. Loser Fels erschwert das Vorankommen, Hände werden zu Hilfe genommen, der Schweiß fließt in Strömen. Eine Flash-Flood lösen wir nicht aus, aber als wir nach einer 3/4 Stunde oben am Arch stehen, sind wir pitschnass.

Royal Arch Arizona

Es ist unbeschreiblich hier. Der majestätische Steinbogen ist eine Wucht, riesig und wunderschön. Und die Aussicht auf das darunter liegende Indianerland ist wahrlich königlich. Wir staunen und genießen, ich hetze nach Perspektiven für Fotos und gönne mir vor dem Abstieg eine atem(be)raubende Zigarette. Nach 30 Minuten sind wir wieder am Auto. Es ist unbeschädigt, Häuptling Silberlocke hat es nicht entdeckt. Als wir dem Dickicht weiter entkommen, richtet sich der Blick immer wieder zurück auf diesen königlichen Arch.

Royal Arch Arizona

Alle Daten der Wanderung (Anfahrt, Beschreibung, GPS-Koordinaten, topographische Karten) findet Ihr hier

Wanderung | Hike – Angel Arch [Salt Creek]

26. Juli 2013 von  
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Um 5.45 Uhr verlassen wir bei 53 Grad F unser Hotel in Moab, Utah. Es ist leider total bewölkt und sieht nicht gut aus. Eigentlich wollen wir am Wilson Arch den Sonnenaufgang erleben, aber das wird nichts. Ein paar Strahlen beamt die Sonne durch die Wolken, – es sieht aus wie in den kitschigen Filmen, die sich mit dem Leben im Himmel befassen.

Wir fahren auf der 191er am Arch vorbei, es ist ja noch viel zu erledigen heute, und sind nach 1 1/4 Stunden im Canyonlands National Park. Unser heutiges Ziel, der Salt Creek, liegt im Needles District. Kurz nach dem Visitor Center geht es nach gut 75 Meilen links ab in die Prärie. Vorbei an großen Hoodoos erreichen wir den Salt Creek Jeep Trail und stehen bald vor dem Gatter, an dem das Zahlenschloss hängt. Die Kombination haben wir gestern mit unserer Permit bekommen. Ein bisschen fummeln ist schon notwendig, bevor das Schloss aufgeht.

Die Strecke führt 3,4 Meilen mitten durch den Fluss, der rund 20 cm tief ist. Nur ab und zu muss man raus auf tiefe Sandpisten. Unser Suburban leistet ganze Arbeit. Nachdem das Teil nicht das Schmälste ist, ist links und rechts, dort wo das Ufer des Creeks dicht bewachsen droht, nicht mehr viel Platz. Die ersten Büsche verursachen Geräusche, die ein Autovermieter nicht gerne hören mag, aber da müssen wir jetzt gemeinsam durch. Tja, ich wollte nicht so ein großes Auto, sSkM – selbst Schuld, kein Mitleid!

Nach zwei Stunden stellen wir unser Auto am Peekaboo Camp ab, das mehr oder weniger eine Wendeschleife bzw. ein Parkplatz ist. Als wir unsere Bergschuhe schnüren, ist rechts oben bereits das erste Highlight auszumachen: Wir stehen unter dem Peekaboo-Window. Wir durchsteigen das Fenster und haben einen ersten Blick auf die hier bereits hohen Felstürme, die den Creek einrahmen.

Der Trail ist teilweise schwer zu finden, bzw. man verliert ihn immer wieder. Schwieriges Vorankommen und die Tatsache, dass wir noch gut 14 km bis zum Ziel haben, machen uns alles andere als zuversichtlich. Aber es wird mit zunehmender Dauer besser; das Gestrüpp weicht einem gut sichtbaren Weg. Einige Male überquerten wir den Creek. Im Wasser tummeln sich Myriaden von Kaulquappen, die es aber nicht alle schaffen werden. Einige Pfützen, aus denen es keinen Ausweg gibt, werden bald trocken liegen. Wunderschöne Blumen säumen den Wegrand und schon bald ist der erste, unbenannte Arch auszumachen. Er liegt hoch oben an einer der endlosen Felswände, die teilweise sehr bedrückend wirken. Die Strecke wird abwechslungsreich. Weitere Arche, wie der Two Bobs Arch, seine Konturen sehen aus, wie das Profil von Bart Simpson, bewachen den Creek.

Der Trail ist nicht sehr schön zu wandern, nur wenn die Natur die alte 4WD-Road nicht aufgefressen hat, kommen wir sehr gut voran. Aber die Anstrengung lohnt. Nach gut 4 Stunden Wanderung für mehr als 14 km stehen wir vor dem größten und schönsten Arch, den wir je gesehen haben. Der Angel Arch sieht wirklich aus wie ein großer Schutzengel, der von oben alles überwacht und sich ziemlich relaxed am Arch anlehnt. Dieser sogenannte Molar, ein überdimensionierter Hoodoo, komplettiert das fantastische Bild. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen drei Felsbögen, die Terrace Arches aka. Gable Arches, ziemlich weit oben. Erst das Fernglas macht die Dimensionen deutlich. Wir packen unsere Brotzeit aus und genießen diese unbeschreibliche Lokation. Ohne große Pause wandern wir weiter hinauf, um noch andere Perspektiven des Angel Arch zu erhaschen. Unbeschreiblich, wirklich!

Angel Arch - Salt Creek - Canyonlands NP Needles District

Leider droht nach gut einer Stunde Aufenthalt der noch lange Rückweg. Durch dieses tolle Erlebnis ist die Motivation jedoch groß. Die brauchen wir, denn die Anstrengung steht uns inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben. Die letzten drei Kilometer waren nur noch der Horror. Durch das Jetlag sind wir sicher nicht ganz auf der Höhe unserer körperlichen Leistungsfähigkeit und die Beine bewegen sich nur noch statisch vorwärts. Es ist wie ab Kilometer 36 beim Marathon. Ein Stehenbleiben hätte die Sache nur noch schlimmer gemacht. Und so müssen wir uns über den Willen, der ist ja im Sport bekanntlich das Wichtigste, vorwärts bewegen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Mücken inzwischen in uns eine leichte Beute entdeckt haben. Stinken wir so?

Zum Schluss, kurz vor dem Peekaboo-Window waren wir uns nicht mal mehr sicher, ob wir uns nicht verlaufen hatten. Aber Gott sei Dank weist uns unser GPS den richtigen Weg. Als wir wieder oben am Peekaboo-Window waren und es durchgestiegen sind, war das Auto, das unten im Camp stand, der schönste Anblick, den man sich vorstellen kann. Nach 8,5 Stunden Wanderung und 28,16 km haben wir es endlich wieder erreicht. Der Eistee kam bei den ersten Schlucken gar nicht im Magen an 😉 Ein herrliches Gefühl beschleicht uns, als wir im Auto sitzen und durch das Flussbett rauschen. Das war anstrengend, aber einzigartig.

Nach insgesamt 12,5 Stunden hat uns Dave vom Dreamkeeper Inn sehr herzlich begrüßt und wir bezogen wieder unser Tree Zimmer – die Dusche war eine Wohltat. Dann schleppten wir uns noch in den Pizza Hut, weiter wären wir heute nicht mehr gekommen.

Wer die GPS-Daten, topographischen Karten und die Faktenberschreibung benötigt, der klickt hier!

Wanderung | Hike – Cinder Cone und Painted Dunes [Lassen Volcanic National Park]

14. April 2013 von  
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Die Sonne küsst erneut die schönste Stadt der Welt und die Vorfreude auf die kommenden Highlights vermischt sich mit arger Wehmut. Aber dieses Gefühl stellt sich beim Abschied von San Francisco regelmäßig ein, bei uns jedenfalls. Als wir die Bay nach Norden bereits hinter uns gelassen haben, die Augen, jedoch nicht die Gedanken haben die City on the Bay verlassen, fragen wir unser Navi „Steffi“, wo es ein paar Eier gibt. Das IHOP in Richmond, abseits der Interstate 80, sorgt für einen guten Start in den Tag.

Das riesige Sacramento Valley führt uns die Gegensätze des Golden State wie in einem Film vor. Wir gleiten auf der Interstate 5 Meile für Meile durch das Tal, im Hintergrund die riesigen Berge der südlichen Cascades, die mit dem Mount Shasta ihren Anfang nehmen. Der Schnee auf den Berggipfeln leuchtet wie ein Signalfeuer, das es zu erreichen gilt. Nur langsam mutiert die Ferne in eine Weite und die Nähe wird erst dann erreicht, als wir bei Red Bluff in die Pampa abbiegen. Irgendwann schickt uns Steffi in den Wald, in dem wir uns auf ungeteerten, immer abenteuerlicher werdenden Wegen dem Ziel nähern. Hallo, hallo, hallo Steffi, wir wollen keine Pilze suchen, sondern wandern. Sie hat es gehört und uns vom vermeintlichen Shortcut wieder auf die passable Anfahrt zum Butte Lake geführt. Es wäre halt schon manchmal nicht schlecht, wenn man die Technik mit vernünftigen Straßenkarten überprüfen würde. Aber wir sind ja gut angekommen im nordöstlichen Teil des Lassen Volcanic National Parks.

Der Cinder Cone Trail beginnt an der Boat Ramp. Der See liegt zufrieden und völlig still in dieser schönen Landschaft. Noch ist von Vulkanaktivitäten nichts zu spüren. Der Weg führt über einen Waldboden, gelenkschonend sozusagen, kaum spürbar bergauf. Einzelne Baumstämme und Äste sind mit hellgrünem Moos bewachsen, das von der späten Nachmittagssonne zum Leuchten gebracht wird. Doch bald hat der Wald seine Grenze erreicht. Halden von Lavagestein haben die Bäume an einer abrupten Grenze, die wie mit einem Lineal gezeichnet ist, verschwinden lassen. Gute 5 Meter türmen sich die Felsbrocken neben den Bäumen und dem Trail auf. Und nach einer halben Stunde ist es vorbei mit der Flora. Vor uns steht ein riesiger Lavakegel. Der Cinder Cone als Überbleibsel einer wilden und heißen Vergangenheit bleibt als Zeitzeuge mitten in der Landschaft stehen. Die Flora hat es noch immer nicht geschafft, das Aschegrau mit grüner Farbe zu bemalen. Nur vereinzelt traut sich ein Baum in die Höhe zu wachsen.

Wie eine Schärpe windet sich ein Strich auf den Kegel von der unteren Mitte nach rechts oben. Das ist der Weg, – und er ist steil. Als ob das noch nicht genügen würde, sorgt die Lavaasche dafür, dass die Bergstiefel wie in einem Morast tief eintauchen. Wir suchen die größeren Steine, um besser vorwärts zu kommen. Es ist eine Quälerei für gut 20 Minuten. Aufatmen am Gipfel, der einem gleich wieder den Atem raubt, so schön ist es hier.

Der Wind pfeift in den Lavakegel und die eintönig grauen und braunen Farben werden an der Südostseite jäh unterbrochen. Die Dünen am Fuße des Cinder Cone sind am oberen Ende rot und rosa und gelb. Was für eine Mischung. Vereinzelte Bäume, die in der späten Nachmittagssonne ein leuchtendes Grün angenommen haben. Hinten die Lava Beds, die sich in Struktur und schwarzer Farbe abgrenzen. Der Butte Lake und die Twin Lakes geben ihren tief blauen Senf dazu. Und weil das auch noch nicht genug ist, gesellt sich das Weiß der schneebedeckten Berge mit dem Lassen Peak im Hintergrund noch dazu. Es ist wunderbar hier. Wir sitzen am Kraterrand und genießen den Ausblick auf eine fantastische Landschaft. Der Schweiß ist inzwischen durch den warmen Wind wie weggeblasen.

Es geht wieder hinunter, noch steiler, wie auf der anderen Seite herauf. Aber nun kommt uns der weiche Lavaboden zugute, um die notwendigen Bremsmanöver durchzuführen. Es dauert nur Minuten und wir stehen mitten in den Painted Dunes. Von hier unten sind sie auch schön, aber nicht so eindrucksvoll wie das Farbenerlebnis, das sich von oben zeigt. Nach 2 Stunden und 40 Minuten stehen wir wieder am Auto. Hänschen Rosenthal würde in die Luft springen und mit einem „das war spitze“ die Zuschauer nerven. Wir nun auch: Das war spitze!

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Durch den Water Canyon auf den Canaan Mountain zu den White Domes

12. April 2013 von  
Abgelegt unter Reiseberichte, Zehrers Place!

 

Um 7 Uhr verlassen wir St. George bei zapfigen 60 Grad und fahren nach Hurricane. Die gleichnamigen Cliffs bauen sich am Rande der Stadt wie eine undurchdringliche Wand auf. Und doch hat der Mensch auch hier den Durchbruch geschafft. Vorbei an der Smithonian Butte, die zu den Vermilion Cliffs gehört, geht es durch die Big Plain in das wunderschöne Apple Valley. Eine herrliche Bergkulisse erwartet uns bei Colorado City und Hildale. Und hier in diesem Mormonendorf stechen wir über den Short Creek in den Water Canyon ein. Tiefe Furchen in der Dirtroad machen keine großen Probleme. Es ist alles trocken und mit etwas Vorsicht erreichen wir sicher den Trailhead.

Die Felsen ragen steil nach oben. Die ersten Sonnenstrahlen haben sich bereits auf der westlichen Wand festgesetzt und bringen die im Schatten liegende Ostflanke zum glühen. Die Ruhe und Abgeschiedenheit, die zu dieser Tageszeit noch herrscht, wird nur durch das Plätschern des Wassers unterbrochen, das stetig aus dem Water Canyon seinen Weg nach Süden sucht. Die Blicke schweifen bereits hier unruhig umher und die Aufrüstung der Hikerutensilien dauert entsprechend länger. Das Eye of Heaven ist schon zu erkennen.

Sehr sandig beginnt der Weg am Creek entlang und die Hoffnung, dass der Anlauf zur Bergtour gemächlich erfolgt, verfliegt schon bald. Hoch und runter. Teilweise steiles Terrain und der tiefe Sand sorgen bereits zu Beginn für ein paar extra Diastolen und Systolen des vor Freude pumpernden Zentralorgans. Der erste Fotostopp lässt nicht lange auf sich warten. Das Auge des Himmels klebt an der Ostwand und nur ein paar Meter lassen eine Perspektive zu, von der man durch ein Tor auf den strahlend blauen Kosmos blicken kann. Das südwest-geübte Hikerauge erkennt schon nach wenigen Metern, dass diese Gegend hier ein Traum ist.

Nach einer Meile verengt sich der Canyon und subway-ähnlich hat sich der Bach durch die Felsen gefressen. Im Hintergrund spitzen die roten Butten und bringen ein wenig Licht in den noch dunklen und dadurch etwas mystisch wirkenden Canyon. Der Blick zurück zu den Feuerbergen, die Kontraste und die Tiefe der Formen entschädigen für das frühe Aufstehen. Aber ab hier wird es ernst, denn wenn sich das Auge gen Westen wendet, baut sich eine fast senkrechte Wand unmittelbar vor einem auf. Und dort muss man hinauf. Von hier unten ist das kaum vorstellbar. Nur Mut!

Wir hieven unsere Körper über einen Absatz auf den hier zirka 30 bis 50 cm breiten Trail. Es geht nach oben und der Boden verliert sich. Ich zwinge mich objektiv zu bleiben, denn auf diesem Band könnte man problemlos auf einem Bein hüpfen. Subjektiv geht das aber nur in der Ebene. Aber so obsiegt die Objektivität und der stetig an die Wand gerichtete Blick meine Höhenangst. Es ist wirklich entgegen aller Befürchtungen nicht so schlimm und so kommen wir Schritt für Schritt nach oben. Die Stellen, die ausgesetzt sind, sind wenige. Meistens hat die Natur mit Sträuchern dafür gesorgt, dass man sich trotz allem Gefälle sehr sicher fühlt. Nach knapp 0,5 Meilen sind wir oben und erblicken die Wave und die White Pocket komprimiert. Rechts gegenüber Butten, Hoodoos und Felsstrukturen in leuchtendem Orange, nur unterbrochen durch weiße Streifen. Etwas weiter links blitzen die schneeweißen Hügel der White Domes. Der hier wie aufgestellt wirkende Brotzeitfelsen bietet die Bequemlichkeit, die der nicht unanstrengende Aufstieg bisher vermissen ließ. Man könnte hier Stunden verweilen, aber wir wollen zumindest ein Highlight auch aus der Nähe betrachten. Also weiter!

Gemächlich geht es jetzt wieder hinunter in den Water Canyon. Hier wird erneut deutlich, was Wasser mit hartem Felsen alles anrichten kann. Ausgeschabte Gumpen, die teilweise noch mit Wasser gefüllt sind, vertiefen unvermittelt die Landschaft. Dort, wo der Wind den Stein vom Sand befreit hat, leuchtet der Fels. Oben der Canaan Mountain, der nun querfeldein – der Trail hat sich inzwischen im Nichts aufgelöst – zu erklimmen ist. Angenehmer Untergrund, denn nun verliert sich auch der Sand. Allerdings geht es auch wieder steil nach oben. Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug kommen wir den White Domes näher. Unter das Orange mischt sich nun zeitweise auch gelbes Gestein. Links und rechts stehen die Butten und sind Zeitzeugen für zwei verschwitzte, einsame Wanderer, die aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Der Fels wandelt sich relativ abrupt von farbig in weiß. Hügel markieren den Peak, die White Domes blenden und wären so ein guter Werbeträger für Waschmittel. Eine weiße Wave die sich nach oben zu den Hügeln formt, ja, so könnte man es beschreiben. Nach Norden geblickt, wuchten sich die gewaltigen Massive des Zion Nationalparks in die Luft. Nach Süden die rot-weiße Landschaft, die zumindest aus der Ferne den Coyote Buttes und der White Pocket in nichts nachsteht. Was für ein Ziel, was für eine Wanderung – atemberaubend! Das hier oben ist das Schönste, was wir seit langem gesehen haben. Die gut zwei Stunden Aufstieg haben sich für diese Kulisse wahrlich gelohnt. Die Motive sind einzigartig und bereits jetzt wird klar, dass wir wiederkommen und hier oben das Gebiet weiter erkunden.




Nach insgesamt fünf Stunden sind wir wieder zurück am Auto. Inzwischen begegneten uns immer wieder hiesige Wanderer, deren Weg meist unten im Canyon endete. Die Mormonen-Kinder tun mir leid. Mit langen Hosen und Hemden, teilweise noch mit Jacken, quälen sie sich freudestrahlend nach oben. Tja, – uns wird diese fantastische Wanderung noch lange in den Köpfen bleiben.

Nachtrag am 2. Februar 2014: Inzwischen steht die Dokumentation von drei Varianten zur Verfügung:
1. White Domes [Canaan Mountain] Roundtrip: Squirrel Creek und Water Canyon
2. White Domes [Canaan Mountain] via Squirrel Creek
3. White Domes [Canaan Mountain] via Water Canyon

Diese Hikes und 227 weitere Wanderungen findet Ihr hier

Hiking the Rainbow Rock Arch

11. April 2013 von  
Abgelegt unter Reiseberichte, Zehrers Place!

 

Einer der schönsten, aber auch anstrengendsten Wanderungen, die wir in den Vereinigten Staaten von Amerika gemacht haben, war die Bergtour zum Rainbow Rock Arch. Lehnt Euch zurück und genießt oder leidet:

Wir befinden uns mitten in Idaho, weit abseits menschlicher Zivilisation und das Abenteuer beginnt:

Die Sonne hängt wohl noch auf dem Atlantik rum, als der Wecker klingelt. Stockdunkle Nacht, die Augen sind noch schwer, aber die Vorfreude steigt. Als wir das schützende Hotel verlassen, erwarten uns keine Death Valley Temperaturen. Das Auto ist zwar aufgetaut, aber es ist nicht weit bis zum Gefrierpunkt. Müde, kalt, kein Frühstück – manchmal hat es der Hiker schon schwer.

Wir verlassen McCall nach Nordosten und es dauert nicht lange, bis der Teer das Zeitliche segnet. Die Piste ist jedoch top. Mit fast normaler Geschwindigkeit passieren wir den Little Payette Lake. Das ändert sich aber bald. Nach 14 Meilen beginnt die Steigung. Immer weiter schrauben wir uns nach oben und das Helle, das wir inzwischen erblicken, ist noch nicht die Sonne. Der Schneeräumer war offensichtlich erst da, die ausgefräste Straße ist zwar ziemlich frei, aber nach der Räumaktion wollten wohl ein paar, nun gefrorene Teile zurück auf die Fahrbahn. Unser Chevy Traverse gibt auf, der vordere Spoiler und der Unterboden danken es ihm. Etwas Aufwärmprogramm! Immer wieder steigen wir aus und räumen mit den Händen die Straße. Handschuhe wären sehr recht, sind aber leider nicht im Reisegepäck. Wenn das so weiter geht, dann sind wir da, wenn wir wieder zurück müssen. Als es jedoch auf der Ostseite des Lick Creek Summit wieder nach unten ging, war zumindest dieses Problem gelöst. Das nächste wartete jedoch bereits.

Die inzwischen erhellende Sonne strahlt den Grader an, der nun seelenruhig die Ecken und Kanten der Straße schleift. Ein paar Steinbrocken bleiben über, aber langsam sind sie ohne Schaden zu passieren. Der einsame Arbeiter fährt irgendwann zur Seite und mit einem freundlichen Gruß verschwindet er im Rückspiegel. Seine Kameraden lassen leider nicht lange auf sich warten und als der letzte Caterpillar einen Pullout nutzt, um auf die Seite zu fahren, verlassen wir das Schritttempo ziemlich zügig. Der Lick Creek liegt hinter uns und wir treffen auf den Secesh River. Es ist flach und es geht nur so dahin. Aber was ist das?

Auf die Ferne sehe ich ja noch wunderbar, aber was mir ins Auge sticht, trifft mich ins Herz. Ein Baum quer über der Straße. Das war ’s! Je näher wir jedoch dem Teil kommen, desto klarer wird, dass es sich hierbei um eine Art Schikane handelt. Die Straßenmeister haben ziemlich exakt in Pickup-Breite die Bäume abgeschnitten und so kann man sehr vorsichtig zwischendurch. Ungefähr bei der 7. Durchfahrtaktion, man wird ja immer geübter, bin ich wohl zu schnell rangefahren und habe einen Ast übersehen, der entgegen der Fahrtrichtung in die Dirtroad starrte. Gehört habe ich ihn gleich, als er alles andere als sanft meine komplette rechte Seite von vorne bis hinten betatschen muss; respektive des Travers‘. Do you have all insurances, honey? Yes Mam! That helps. Nach 41,3 Meilen Abenteuerfahrt sind wir am Deadman Trailhead, direkt an der South Fork des Salmon Rivers und es hat inzwischen schon sage und schreibe 45 Grad Fahrenheit.

Das Wasser rauscht, die Bäume wiegen sich im Wind und vor uns, gegenüber der Straße, geht es bergauf! Ein kleiner, durchaus namhafter Anstieg auf den ersten Absatz, der dank Serpentinen problemlos zu meistern ist. Und dann spazieren wir stetig hinauf, am Deadman Creek entlang. Der Pfad wird nicht oft benutzt, ist aber gut zu sehen und zu wandern. Wir wundern uns über Motorradspuren und kommen zu dem Ergebnis, dass die Waldarbeiter, die den Trail pflegen, über so ein Vehikel nach oben kommen. Eine Stunde lang wandern wir wunderbar und unaufgeregt dahin, – wir freuen uns auf das Ziel.

Dead Man Walking, ein Film über die Todesstrafe aus dem Jahr 1995. Dead Man Walking, ein Ruf der us-amerikanischen Gefängniswärter, wenn ein zum Tode Verurteilter aus seiner Zelle zum Hinrichtungsraum geführt wird. Vergleiche, die nicht angebracht sind, die hinken, aber wir befinden uns im Deadman Creek. Und jetzt, nach dieser ersten Wanderstunde, wird aus der Wanderung eine Qual. Der Trail ist nur bis hierher gepflegt und geräumt, jetzt ist Schluss mit lustig. Alle paar Meter liegen die Stämme von verbrannten und umgefallenen Bäumen quer. Ein Ausweichmanöver gibt es selten, da das Gestrüpp zu passieren noch anstrengender wäre. Vielleicht drei Mal war es noch lustig, auch wenn es Zeit kostet, dann war es nur noch anstrengend. Und als knapp über drei Meilen die Steigung massiv zunimmt, wird es zur Qual. Die Bäume geben uns den Rest, ich sehe aus wie ein Grubenarbeiter: Kleidung, Hände und Gesicht sind schwarz! Nach jeder Übersteigung schöpfen wir Hoffnung, denn je weiter es nach oben geht, desto lichter wird der Wald. Aber es hört nicht auf. Wir sind noch nicht mal drei Stunden unterwegs und ich sage es ganz ehrlich, wenn Monika nicht hart geblieben wäre, ich hätte kehrt gemacht. Nach 3,5 Stunden sind wir oben an der Rainbow Ridge, die schwarzen Bäume sind Vergangenheit und stehen uns nur noch ins Gesicht geschrieben. Jetzt hoffen wir, dass die Querung nach Süden leichter wird.

Na ja, leicht ist was anderes, denn der Bergrücken hat einige Buckel, die es hinauf- und hinabzusteigen gilt. Der Trail verlangt uns so viel ab, dass wir nur schüchterne Blicke für das tolle Panorama und die schönen Hinkelsteinformationen, die hier oben stehen, haben. Tief in Idaho, tiefer kann man vielleicht nicht sein. Nach gut vier Stunden haben wir Sichtkontakt zum Objekt der Begierde. Und etwas weiter schlägt das GPS Alarm, wir verlassen den Trail und wandern querfeldein zum Rainbow Rock. 4,5 Stunden, 7,2 Meilen, über 1.000 Höhenmeter, wir sind da, völlig fertig, aber es ist fantastisch! Der Rainbow Rock Arch aus hellem Felsen sieht wie ein knochiger Finger aus, der die andere Seite des Felsen berührt. Eine ungewöhnliche Form, so ganz anders als die Sea Arches oder die Felsentore im Westen. Wir sind glücklich, vor allen Dingen, dass wir nach all den Hindernissen, die uns seit früh Morgen begleiten, doch noch gelandet sind!

Rainbow Rock Arch

Nur drei Stunden und zwanzig Minuten haben wir bis zum Auto zurück gebraucht, aber heute sind wir echt an unsere Grenzen gestoßen. Auch die Rückfahrt war kein Vergleich zu heute früh. Inzwischen waren alle Bäume von der Straße entfernt, der Pass war wunderbar gesandet und die Schneebrocken haben wir ja bereits selbst beseitigt. Wir hatten sogar die Zeit und die Muse, aus dem Auto vier tolle Wasserfälle zu bewundern. Die sind uns bei der Hinfahrt nicht aufgefallen. Nach insgesamt 12,5 Stunden war die Dusche nur so eine Wohltat.

Diesen Hike und 227 weitere Wanderungen findet Ihr auf: 1st Zehrer[s] Place!

USA-Wanderungen | Hikes – Wörterbuch / Dictionary

11. April 2013 von  
Abgelegt unter Reiseberichte, Zehrers Place!

 

Abgesehen davon, dass in vielen USA-Reiseberichten oder -Hikebeschreibungen – übrigens auch in meinen – die nachfolgenden Begriffe mit den falschen Artikeln Verwendung finden, ist es meines Erachtens „vor dem Schweiß“ hilfreich, den ein oder anderen Hikerbegriff ins Deutsche zu übersetzen bzw. zu erklären:

4WD                      Four Wheel Drive, Allradantrieb, Vierradantrieb
alcove                    höhlenartiger Felsüberhang, Alkoven
arch                       Steinbogen (kein Wasser fließt bzw. floss darunter)
badlands               unbewachsene Hügellandschaft
beam                     Lichtstrahl
bend                      Biegung (z.B. beim Fluss)
bridge                    Steinbrücke (Wasser fließt bzw. floss darunter)
butte                      Spitzkuppe
canyon                  Schlucht, Tal
caprock                 Felsnadel, Erdpyramide
creek                      Bach, kleiner Fluss
dirt road                ungeteerte Straße
gorge                      Schlucht
GPS                        Global Positioning System, satellitengestütztes Positionsbestimmungssystem
gravel road            ungeteerte Straße, Schotterpiste
gulch                       Schlucht
high clearance       hohe Bodenfreiheit (Fahrzeug)
hike                         Wanderung
hollow                     Schlucht
hoodoo                    Felsnadel, Erdpyramide
mesa                        Tafelberg, Wiese
narrows                  enge Schlucht
natural bridge       Steinbrücke (Wasser fließt bzw. floss darunter)
offroad                    abseits (geteerter) Straßen
permit                     Zugangserlaubnis
petroglyph             Felszeichnung
pictograph             Felsmalerei
pillar                       Steinsäule
pinnacle                 Felsnadel, Erdpyramide
rim                          Canyon(abbruch)kante
rock art                   Kunst der Felszeichnungen
slickrock                 glatter, harter Sandstein
slot canyon            sehr enge Schlucht
SUV                         Sport Utility Vehicle, geländetaugliches Fahrzeug
track                        Spur
trailhead                 Abkürzung: TH – Ausgangspunkt der Wanderung
visitor center         Besucherzentrum
wash                         (meist) trockenes Bach- oder Flussbett
waypoint                 Wegpunkt auf GPS-Routen

keep hiking!
228 Wanderungen gibt es hier

White Domes [Water Canyon - Canaan Mountain]

Wandern mit dem GPS

5. April 2013 von  
Abgelegt unter Reiseberichte, Zehrers Place!


Wanderungen | Hikes – Das GPS in der Praxis

Zur Planung und zum Wandern abseits gekennzeichneter Pfade braucht man eine Karte und einen Kompass, – ja, so war das früher. „Eleganter“, moderner, aber auch einfacher ist es, ein sogenanntes GPS-Gerät (sprich: tschi pi ess) zu benutzen. Aber und soviel vorweg: Sich nur auf sein GPS zu verlassen ist nachlässig!

Seit Ende der 1990er Jahre habe ich GPS-Geräte und obwohl ich mich nicht „wissenschaftlich“ mit der Thematik befasste, ist es mit ein wenig technischem Verständnis und Übung nicht schwierig, sich in der Materie „richtig zu bewegen“ und sein Ziel mittels GPS zu finden.

Ein Global Positioning System (deutsch: Globales Positionsbestimmungssystem) ist jedes weltweite, satellitengestützte Navigationssystem. Der Begriff GPS wird aber im allgemeinen Sprachgebrauch speziell für das NAVSTAR-GPS des US-Verteidigungsministeriums verwendet, das Ende der 1980er-Jahre zur weltweiten Positionsbestimmung und Zeitmessung entwickelt wurde. Die Europäer bauen derzeit an einem noch genaueren System, – es heißt „Galileo“. Soweit die theoretische Definition.

In der Praxis heißt das, dass ein GPS-Empfänger, den der Hiker mit sich trägt, Satellitensignale empfängt und aus diesen Signalen die aktuelle Position berechnet. Um Länge, Höhe, Breite zu bestimmen, werden mindestens 3 Satelliten benötigt. Mehr Satelliten zu empfangen führt dazu, dass die Position genauer bestimmt werden kann. D.h. aber auch, dass die Positionsbestimmung eben nicht millimetergenau durchgeführt werden kann, da Signalstörungen, und die können oft schon durch Wolken am Himmel entstehen, zu einer Ungenauigkeit führen. In der Regel navigiert man heute mit den Handgeräten für den Hiker mit einer Genauigkeit von rund 15 Metern.

15 Meter werden Sie sagen, das ist genug. Wenn Sie jedoch an einer Kante stehen und das Ziel in zwei Kilometern ebenfalls an dieser Kante liegt, können 15 Meter bedeuten, dass Sie, um zum Ziel zu kommen, abwärts oder aufwärts gehen müssten, je nachdem, wo sich das Ziel befindet. An diesem Beispiel wird deutlich, dass eine genaue Karte, auf der die Topographie des Geländes abgebildet ist, als zusätzliche Hilfe oft unerlässlich ist; von einem Totalausfall des GPS-Empfängers (Batterien leer) will ich gar nicht sprechen.

Kommen wir aber nun zur Praxis: Wie plant man nun einen Hike, wie überträgt man diese Planung auf einen GPS-Empfänger und wie navigiert man dann zu dem Ziel?

1. Planung
Für die Planung von Hikes gibt es so genannte Topographische Software, die als Basis Topographische Karten (i.d.R. Maßstab 1:24000) haben. Diese Software erlaubt nun, eine so genannte Route freihändig mit der Maus in die Karte, z.B. hier entlang einer ungeteerten Straße, zu zeichnen (siehe rote Linie auf der nächsten Grafik):

Topographische Karten: TOPO! ©2011 National Geographic

Der nächste Schritt ist, dass die Software diese Route interpretiert und mit so genannten Wegpunkten (Waypoints) definiert. Ein Wegpunkt ist nichts anderes als ein einzigartiger Punkt auf dem Erdball, der mit Länge und Breite, also Koordinaten, beschrieben ist.

Hier gibt es verschiedene Formate und verschiedene Gitter, die notiert werden bzw. auf den Erdball gelegt wurden. Ein sehr bekanntes Gitter ist das Gitter mit der Bezeichnung NAD83/WGS84. Es ist, neben UTM, das wohl gebräuchlichste Gitter. Als Notierung für den Wegpunkt wurde das Format DD.MM.SS (DD = Degrees, also Grad – MM = Minute, SS = Sekunde) gewählt. Wenn Sie also GPS-Koordinaten übernehmen (z.B. aus www.zehrer-online.de), dann achten Sie bitte peinlich genau darauf, dass die richtigen Formate und Gitter, die Sie in der Software einstellen können, übernommen werden. Ansonsten sind die Wegpunkte oft sehr weit davon entfernt, wo Sie eigentlich hinkommen wollen.

Aber nun zurück zur Karte, – so sieht es dann aus, wenn Wegpunkte, hier drei, vergeben wurden:

Topographische Karten: TOPO! ©2011 National Geographic

Die Karte zeigt nun Weg und Wegpunkte, die den Namen GPSPRAXIS0 (Start der Route) bis GPSPRAXIS2 (Ziel der Route) tragen. Diese Daten sind nach Fertigstellung in entsprechenden Dateien zu speichern.

2. Übertrag auf einen GPS-Empfänger
Nachdem die Routenplanung in der Topographischen Software abgeschlossen ist, wird das GPS-Gerät an den Computer (in der Regel über USB) angeschlossen. Sind die richtigen Treiber installiert, kennt der Computer und damit auch die Topographische Software den GPS-Empfänger.

Für Hikes empfiehlt sich ein Handempfänger, der in der Regel 20 – 50 Routen mit den entsprechenden Waypoints speichern kann. Als Beispiel sei hier das Gerät des Marktführers GARMIN gezeigt, das „Colorado 400t“):

Dieses Gerät zeigt sogar eine Basiskarte an, – sie ist jedoch nicht notwendig, da sie im Ernstfall zu wenig Details aufweist. Durch entsprechende Export-Möglichkeiten der Topographischen Software können nun die Daten der oben gezeigten Route auf das GPS-Gerät übertragen werden. Damit fahren sie nun in die Wildnis.

3. Navigation zum Ziel
Wenn Sie den GPS-Empfänger einschalten, können sie über entsprechende Menüs das Navigieren starten. Grundvoraussetzung dafür ist, das der GPS-Empfänger vorher Kontakt mit mindestens drei Satelliten aufgenommen hat. Ist das der Fall, zeigt der GPS-Empfänger die Navigationsbereitschaft an.

Sie starten nun die Navigation der entsprechenden Route und das GPS-Gerät zeigt Ihnen die Richtung und die Entfernung zum nächsten Wegpunkt an. Sie navigieren also von Punkt zu Punkt entlang der Route und zwar solange, bis Sie Ihr Ziel (= letzter Wegpunkt) erreichen.

Das sieht dann am Beispiel des „Colorado 400t“ so aus:

Links oben sehen Sie die Geschwindigkeit, mit der Sie sich bewegen, daneben die Meilen bis zum nächsten Wegpunkt. Darunter links die voraussichtliche Zeit, bis Sie am Ende der Route, d.h. am Ziel angekommen sind und daneben findet sich die ungefähre Zeit bis zum nächsten Wegpunkt. Der Kompass darunter zeigt Ihnen die Richtung an, in die sie marschieren müssen, um zum nächsten Wegpunkt zu gelangen. D.h. der Pfeil muss möglichst immer nach oben zeigen, um den kürzesten Weg zum nächsten Wegpunkt zu begehen.

So, das war ein kurzer und hoffentlich auch verständlicher Abriss über GPS und GPS-Navigation. Details gibt es selbstverständlich im Netz bzw. in den einschlägigen Handbüchern für die Topographische Software und die GPS-Hardware.

Hinweis: Ich persönlich empfehle nach wie vor das Garmin GPSMap 60CSx, denn ich habe es nicht nur seit ein paar Jahren, sondern es hat sich immer als zuverlässig und sehr robust erwiesen.

Keep hiking!

Fritz Zehrer
1st Zehrer[s] Place!
USA: Wanderungen | Hiking | Trails | GPS | Landkarten | Reisen | Bilder | Information

Wandern in den USA

31. Dezember 2012 von  
Abgelegt unter Reiseberichte, Zehrers Place!

Wir haben dieses tolle Land zuerst durch Spaziergänge in den Städten und die Natur und die geschichtlichen Höhepunkte von verschiedenen Viewpoints aus kennengelernt. Als die touristischen Ziele immer rarer wurden und schließlich „abgearbeitet“ waren und uns die USA trotzdem nicht losgelassen haben, wollten wir immer mehr abseits des Teers sehen.

In den späten 1990er Jahren begannen wir, uns mit GPS und topographischen Karten zu beschäftigen und siehe da, Ziele im Landesinneren wurden identifiziert und erwandert. Die Quellen dazu waren damals nicht sehr üppig. Es war schon aufregend, ja fast ein Abenteuer, als wir anstatt eines PKW einen SUV mieteten und erstmals eine Dirtroad zu einem Trailhead fuhren. Immer länger und schwieriger wurden diese Fahrten; immer aufwändiger die Wanderungen.

Nach all diesen Jahren haben wir nun 228 Wanderungen in den USA gemacht und dokumentiert:

Anfahrt
Schwierigkeitsgrad
Zeitaufwand
Länge
Beste Zeit, um zu fotografieren
Beschreibung
Sämtliche GPS-Daten, auch als Download (*.gpx)
Topographische Karten

All diese Dokumente stehen Euch zur Verfügung, um dieses Land richtig bzw. von einer anderen Seite kennenzulernen. Von Alabama bis Kalifornien, von Oregon bis Texas; wandern bis die Socken qualmen.

Alle 228 Hikes findet Ihr hier

Keep hiking!

hiker

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