San Francisco: Seelöwen sind verschwunden
29. Dezember 2009 von Stefan Kremer
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Nachdem die Seelöwenpopulation an Pier 39 in San Francisco vor kurzem erst eine Rekordgröße erreicht hatte sind nun plötzlich nahezu alle Seelöwen verschwunden. Am Montag morgen wurden nur noch vier Seelöwen gesichtet. “Es geschah praktisch über Nacht”, sagte Sheila Chandor, die solch ein Ereignis in ihrer 24jährigen Tätigkeit als Harbor Master von Pier 39 nach eigenen Angaben noch nicht erlebt hat.

Leere Seelöwen-Pontons am Pier 39. Fotoquelle: Stefan Kremer
Sie erklärte, dass die Seelöwen regelmäßig zu großen Teilen ihren Lageplatz verlassen um turnusmäßig auftretende Fischschwärme zu suchen oder ihrem Fortpflanzungszyklus zu folgen. Aber immer seien große Kontingente zurückgeblieben. “Es ist nun komplett verkehrtherum. Normalerweise verlässt im Sommer die Mehrheit der geschlechtsreifen Tiere den Hafen um sich fortzupflanzen und lässt nur etwa 40 jüngere Tiere zurück. Im Winter versammeln sich dann wieder alle am Pier 39 und es gibt die größte Herde. Das ist also im Moment extrem ungewöhnlich”, so Chandor.
Mehr als 1.500 Seelöwen bewohnten in der dritten Novemberwoche Pier 39, was einen neuen Rekord darstellte (siehe http://www.usa-reporter.com/reporter/?p=2161). Um den Thanksgiving Day herum verschwanden sie einfach.
Shelbi Stoudt vom Marine Mammal Center in Sausalito, einer Organisation die immer wieder Seelöwen rettet, vermutet, dass die Tiere einer Nahrungsmittelquelle gefolgt seien und sich so von der Küste entfernt hätten. Aber Stoudt betonte, es gäbe keine wissenschaftliche Erkenntnis darüber, wo die Seelöwen hingezogen seien.
“Sie werden wiederkehren”, sagte Chandor. “Sie mögen es hier. Was kann man an diesem Ort nicht mögen? Sie bekommen Nahrung und persönlichen Service. Wir reinigen die Pontons für sie. Es ist wie das beste Hotel was sie sich vorstellen können.”
Quelle: http://cbs5.com/local/sea.lions.disappear.2.1394760.html 28.12.2009
San Francisco: 1.500 Seelöwen belagern Pier 39
16. November 2009 von Stefan Kremer
Abgelegt unter Newsticker des Südwestens
Ihr lautes Röhren ist schon von Weitem zu hören. Folgt man den Geräuschen und dem Geruch von Fischresten findet man sie, die große Seelöwenkolonie an Pier 39. Doch diesen Herbst ist alles anders. Lebten bisher einige hundert Tiere auf den Schwimmpontons im Hafenbecken haben sich jetzt über 1.500 hier eingefunden. Sheila Chandor, Hafenmanagerin von Pier 39, sagte: “Wir haben sechs zusätzliche Pontons installiert um ihnen mehr Platz einzuräumen. Es wurde viel zu eng.” Die Geschäftsleute am Pier 39 erfreut die besondere und zudem kostenlose Attraktion indes, sorgt sie doch für unüblich hohe Besucherzahlen.

Eine Erklärung für das ungewöhnliche Verhalten der Seelöwen gibt es derzeit nicht. Selbst Meeresbiologen können es nicht recht erklären. Jim Oswald vom Marine Mammal Centre vermutet, dass sie entweder einem Schwarm Fischen gefolgt sind oder ihre Anwesenheit mit einem bisher unbekannten Umweltfaktor zu tun hat. In jedem Fall haben es die Tiere gut. Die Pontons steigen und fallen mit den Gezeiten und ermöglichen ein durchgängiges Sonnenbad. Das wissen die Seelöwen schon seit 20 Jahren zu schätzen, als sie zum ersten Mal hier auftauchten.
Während die lautstarken Stinker für die einen eine unterhaltsame Sehenswürdigkeit darstellen sind sie für andere jedoch eine Plage. Immer mehr Schwimmer in der San Francisco Bay beklagen sich über aggressive Tiere, die ihnen folgen. Sie treten außerdem mit Fischern in Konkurrenz und stibitzen sogar Fische aus den Fangnetzen. Mit ihren massiven Körpern beschädigen sie die Docks und rammen sogar Löcher in Boote. Die Fischer bei Pier 39 versuchen, die Tiere mit Netzen fernzuhalten denn drastischere Maßnahmen sind nicht erlaubt. Kalifornische Seelöwen stehen unter Naturschutz.
Die Betreiber von Pier 39 haben unterdessen eine Wache engagiert, die die Seelöwen in Schacht hält. Diese patroilliert die verbliebenen Bootsdocks, die die Seelöwen noch nicht in Beschlag genommen haben. Mit Hilfe eines Schlauchs kann man sie einfach vertreiben. “Es ist kaum zu glauben, aber sie mögen es gar nicht, mit einem Wasserstrahl nassgespritzt zu werden”, sagte Chandor. Ohne sie zu sehr zu belästigen treten die Tiere dann den Rückzug ins Wasser an.
Quelle: http://www.monstersandcritics.com/lifestyle/travel/features/article_1512382.php/Sea-lions-attract-thousands-to-San-Francisco-wharf 10.11.2009



